Leuchtspektakel am See ist fehl am Platz

29.11.2021

Pro Natura Luzern kritisiert in einem Schreiben an die Stadt Luzern das Leuchtspektakel «Winter Wonderland» im Lido. Der Standort unmittelbar am Seeufer ist aus Sicht der Naturschutzorganisation problematisch und führt zu zusätzlichen Störungen überwinternder Vögel. Das Vorhaben steht zudem im Widerspruch zum «Plan Lumière», der auch die Einsparung von Energie und die Reduktion der Lichtverschmutzung vorsieht. Für dieses Beleuchtungskonzept wurde die Stadt vor einigen Jahren mit dem Umweltpreis der Albert Koechlin Stiftung ausgezeichnet.

Seit einigen Tagen ist das Leuchtspektakel «Winter Wonderland» in Gange. Tausende LED-Lichter erhellen am Abend das Seeufer beim Lido. Damit ist ein Teil der Luzerner Seebucht von zusätzlichen Lichtimmissionen betroffen. Die Seebucht ist ein wertvoller Lebensraum für wassergebundene Lebewesen. Die ausgedehnten Algen- und Wasserpflanzenbestände sind Lebensraum vieler Fischarten und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Wasservögel. Sie sind auf störungsarme Bedingungen angewiesen. Bereits heute sind die Lichtemissionen entlang des Seeufers beträchtlich (u.a. intensive Beleuchtung der Fassaden). Zusätzliche Licht- und Lärmemissionen sollten insbesondere an bisher wenig genutzten Uferabschnitten, wie z.B. im Bereich des Lido, vermieden werden.

Luzern ist eine «ausgezeichnete» Leuchtenstadt

Ein wichtiges Ziel des Luzerner «Plan Lumière», für den die Stadt 2014 von der Albert Koechlin Stiftung mit dem Umweltpreis ausgezeichnet wurde, ist die Einsparung von Energie und die Reduktion von Lichtverschmutzung. Die Stadt Luzern steht damit in der Pflicht, insbesondere die Lichtverschmutzung mit geeigneten Massnahmen zu reduzieren. Projekte wie das «Winter Wonderland» torpedieren die langjährigen Bemühungen der Behörden. Genehmigungen sollten, wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend erteilt werden.

Fragwürdige Botschaften

«... zauberhafte Fabelwesen und leuchtende Installationen in der winterlichen, nächtlichen Natur» verspricht der Organisator den Besucher*innen. Über 300 Lichtobjekte werden dazu installiert. Auch die Beleuchtung ganzer Bäume ist Teil davon. Sind dies Winterlandschaften, wie wir sie kennen und schätzen sollten? Welches Naturverständnis fördern leblose, künstlich erzeugte «Naturobjekte»?

Energieverschwendung ist nicht zeitgemäss

Auf sinnfreien Energieverbrauch sollte heute konsequent verzichtet werden. Das «Winter Wonderland» ist ein schlechtes Vorbild. Manch ein Besucher wird vielleicht künftig auch den eigenen Garten «mit Licht schmücken» wollen. So lassen sich Lichtverschmutzung und steigender Energieverbrauch nicht aufhalten. Andere Signale sind gefragt.

Pro Natura Luzern verurteilt daher solche Beleuchtungsspektakel im Freien. Diese fördern die Lichtverschmutzung und den Energieverbrauch, führen zu Störungen der Tierwelt und zementieren ein bereits gestörtes Verhältnis zur Natur.

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