Staugraben im Hagimoos - Foto: Marianne Baruffa

Mehr Wasser fürs Hagimoos

22.10.2021

Dank einer neuen Einstauvorrichtung an einem bestehenden Graben sind die artenreichen Riedflächen im Hagimoos künftig besser mit Wasser versorgt.

Das Hagimoos liegt zwischen Mauensee und Kottwil in der Gemeinde Ettiswil und ist mit rund sieben Hektar ein kleiner Rest eines ursprünglich riesigen Sees, der im Laufe von Jahrtausenden verlandete. Grosse Flächen wurden drainiert und werden noch heute ackerbaulich genutzt. Die schwarzmoorigen Böden zeugen von dieser Vergangenheit. Seit 1960 bzw. 1978 sind drei Parzellen Eigentum von Pro Natura und seit 1976 steht das Hagimoos unter kantonalem Schutz.

Staugraben im Hagimoos © Marianne Baruffa


Graben Hagimoos - Foto: Marianne Baruffa
Dieser Graben, der quer durch das Grosseggenried fliesst, wurde neu eingestaut. Vor der herbstlichen Mahd der Riedflächen wird das Wehr jeweils für ein paar Wochen geöffnet, um den Wasserstand zu senken. Foto: Marianne Baruffa

Hilfe für letzten Moorflächen

Anfang 2000 kam etwas mehr Bewegung in die Wiederinstandstellung der wertvollen Moorlebensräume. Erste Entbuschungsaktionen und Weiher-Reaktivierungen fanden statt und das Gebiet wird seither nach einem Pflegeplan regelmässig bewirtschaftet. 2019 führte die Firma PlusPunkt eine hydrologische Untersuchung durch. Als eine der ersten Massnahmen sollte ein altes, undichtes Wehr saniert werden. Dazu wurde der alte Durchlass ersetzt und ein regulierbarer Überlauf eingebaut. Der Damm entlang der Ron wurde mit einer Holzwand zusätzlich abgedichtet. Eine Herausforderung war der mehrere Meter tiefe, moorige Boden. Der Staatsforstbetrieb des Kantons Luzern versenkte deshalb eine acht Meter lange Bretterwand bis vier Meter tief im Boden.

Wasser fürs Ried

Durch den neuen Grabeneinstau wurde der Abfluss des Wassers verlangsamt und das Gebiet profitiert von einem konstanteren Wasserstand. Damit soll einerseits der Verbuschung entgegengewirkt und andererseits bessere Bedingungen für die Riedvegetation geschaffen werden. Durch die Auffüllung bestehender Senken mit Wasser wird die Entwässerung zusätzlich gebremst.

Lebensräume und Arten profitieren

Von der besseren Regulierbarkeit und der Wiedervernässung profitieren die eng verzahnten Lebensräume, etwa das Grossseggenried, der Spierstaudensaum oder die Sumpfdotterblumenwiese. Von Bedeutung sind aber nicht nur der konstantere Wasserstand, sondern auch die Bodenunebenheiten. Die Anhöhen und Senken erfüllen die ganz unterschiedlichen Ansprüche von Pflanzenarten. In Kombination mit einer spezifisch auf die unterschiedlichen Lebensräume ausgerichteten Pflege kann auch auf kleinsten Flächen eine grosse Artenvielfalt erhalten und gefördert werden.

Marianne Baruffa, Verantwortliche Schutzgebietspflege

Herzlichen Dank…

…Till Sander von PlusPunkt für die hydrologischen Untersuchungen und die Bauleitung
…Ruedi Wüst (Schutzgebietsbetreuer) für das Sammeln der Daten der Wasserstände und das Betreiben der Wehre im Hagimoos
…Erwin Meier vom Luzerner Staatsforstbetrieb für die Umsetzung und das Finden pragmatischer Lösungen
…Heidi Vogler von der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei der Kantons Luzern für die Finanzierung und prompte Umsetzung einer wichtigen Naturschutzmassnahme

Beitrag aus der Mitgliederzeitschrift Lokal 2-2021

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