Pfaffnere
Gewässer

Revitalisierung Pfaffnere

Projektdauer: 01.02.2026 - 15.12.2026
Die «Aktion Biber & Co.» Zentralschweiz setzt im Jahr 2026 die Revitalisierung des untersten Abschnitts der Pfaffnere auf Gemeindegebiet Pfaffnau um. Künstlich erstellte Verbauungen werden entfernt und das Gerinne wird stellenweise verbreitert. Die restliche Gestaltung wird der natürlichen Dynamik - und dem Biber - überlassen.

Projektidee

Ursprünglich verlief die Pfaffnere in einem breit verästelten Gewässernetz. Zwischen 1884 und 1982 wurden die Seitenarme zur Landgewinnung aufgehoben,der Hauptstrom stark begradigt und die Ufer verbaut. Dies führte zu einem monotonen Gewässer. Auf Initiative einer Grundeigentümerin startete die «Aktion Biber & Co.» Zentralschweiz die Projektierung einer Revitalisierung auf dem Abschnitt Schäfmoos. Ziel ist es, einen Bachabschnitt in naturnahem Zustand mit variablem Gewässerverlauf zu fördern.

Massnahmen zur Förderung der Lebensraum- und Artenvielfalt

Die Pfaffnere soll verschiedene Breiten und Tiefen aufweisen, ebenso flache und steile Ufer.  Dadurch entstehen Bereiche mit starker und solche mit schwacher Strömung. Dazu werden auf einem 650 m langen Bachabschnitt alle Uferverbauungen entfernt. Auf 500 m wird danach die Ausgestaltung ganz der Dynamik von Wasser und dem dort ansässigen Biber überlassen. Das Bachbett darf sich - dank erweiterten Gewässerräumen - auf dieser Strecke über die Zeit im Verlauf und der Gestalt verändern. Dies ist heute in der Kulturlandschaft nur selten möglich, ist aber für viele gewässerbewohnende Arten sehr wertvoll. Denn es entspricht dem natürlichen Charakter eines Fliessgewässers. Welche Arten sich an dem Bachabschnitt ansiedeln, wird eine begleitende Wirkungskontrolle aufzeigen.

Wasserrückhalt

Zur Revitalisierung gehört auch die Öffnung von zwei Bächen, die bisher in Rohren der Pfaffnere zugeführt wurden. In einem der Bäche werden künstliche Biberdämme eingebaut, um den Wasserrückhalt zu fördern. Der zweite Zufluss entlang der Strecke, soll in einer Muldenlage grösstenteils versickern und zur Förderung einer ufernahen Feuchtwiese beitragen. Der Wasserrückhalt hilft auch künftigen Hitze- und Trockenperioden lokal entgegenzuwirken.

Vorbereitung

Der Start der Revitalisierung ist abhängig von der Witterung, denn der Boden muss genügend trocken sein, um den stellenweise nötigen Bodenabtrag machen zu können. Damit im Frühling bei günstigen Bedingungen zeitnah gestartet werden kann, sind im Winter vorbereitende Massnahmen notwendig. So muss ein Teil der Uferbestockung weichen, damit die Uferverbauungen entfernt werden können. Da die Ufervegetation teils über längere Zeit nicht mehr gemäht wurde, ist vor dem Holzen ein Schnitt notwendig. Dies hat die Firma Gebrüder Häcki GmbH am 3. Februar ausgeführt. Die Bereiche mit Biberbauten werden dabei geschont und grossräumig umfahren.

Mäharbeiten an der Pfaffnere
Etappe I
Etappe II
Etappe III

Projektperimeter

Perimeter Revitalisierung Pfaffnere
Projektperimeter

Finanzierung

Die «Aktion Biber & Co.» Zentralschweiz leitet das Projekt in Eigenleistung mit Unterstützung des Kantons Luzern. Die Ingenieurleistungen, die baulichen Massnahmen und die Wirkungskontrolle werden über die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) des Kantons Luzern und den Bund finanziert.