Revitalisierung Pfaffnere
Projektidee
Ursprünglich verlief die Pfaffnere in einem breit verästelten Gewässernetz. Zwischen 1884 und 1982 wurden die Seitenarme zur Landgewinnung aufgehoben,der Hauptstrom stark begradigt und die Ufer verbaut. Dies führte zu einem monotonen Gewässer. Auf Initiative einer Grundeigentümerin startete die «Aktion Biber & Co.» Zentralschweiz die Projektierung einer Revitalisierung auf dem Abschnitt Schäfmoos. Ziel ist es, einen Bachabschnitt in naturnahem Zustand mit variablem Gewässerverlauf zu fördern.
Massnahmen zur Förderung der Lebensraum- und Artenvielfalt
Die Pfaffnere soll verschiedene Breiten und Tiefen aufweisen, ebenso flache und steile Ufer. Dadurch entstehen Bereiche mit starker und solche mit schwacher Strömung. Dazu werden auf einem 650 m langen Bachabschnitt alle Uferverbauungen entfernt. Auf 500 m wird danach die Ausgestaltung ganz der Dynamik von Wasser und dem dort ansässigen Biber überlassen. Das Bachbett darf sich - dank erweiterten Gewässerräumen - auf dieser Strecke über die Zeit im Verlauf und der Gestalt verändern. Dies ist heute in der Kulturlandschaft nur selten möglich, ist aber für viele gewässerbewohnende Arten sehr wertvoll. Denn es entspricht dem natürlichen Charakter eines Fliessgewässers. Welche Arten sich an dem Bachabschnitt ansiedeln, wird eine begleitende Wirkungskontrolle aufzeigen.
Wasserrückhalt
Zur Revitalisierung gehört auch die Öffnung von zwei Bächen, die bisher in Rohren der Pfaffnere zugeführt wurden. In einem der Bäche werden künstliche Biberdämme eingebaut, um den Wasserrückhalt zu fördern. Der zweite Zufluss entlang der Strecke, soll in einer Muldenlage grösstenteils versickern und zur Förderung einer ufernahen Feuchtwiese beitragen. Der Wasserrückhalt hilft auch künftigen Hitze- und Trockenperioden lokal entgegenzuwirken.
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Projektperimeter
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- Projektperimeter. Illustration: Kanton Luzern
Finanzierung
Die «Aktion Biber & Co.» Zentralschweiz leitet das Projekt in Eigenleistung mit Unterstützung des Kantons Luzern. Die Ingenieurleistungen, die baulichen Massnahmen und die Wirkungskontrolle werden über die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) des Kantons Luzern und den Bund finanziert.
Aktuelle News von der Baustelle
Laufend informieren wir auf dieser Seite über den aktuellen Projektstand. Interessierte erhalten Einblick in die Umsetzung.
Lagebericht vom 22. April 2026
Dank dem sonnigen und trocknen Wetter sind die Bauarbeiten an der Pfaffnern schon im vollen Gange. Vor zwei Tagen hat der Unternehmer Gränicher AG aus Huttwil begonnen die Installationsplätze und Baupisten zu erstellen. Heute wurden die ersten Flächen auf den Ackerflächen – dort wo eine Bodenverbesserung stattfinden soll – abhumusiert. Da wir zwei Bachöffnungen von heute unterirdisch geführten Zuflüssen planen und diese unter einem Boden mit Fruchtfolgequalität liegen, müssen wir diese Flächen nämlich kompensieren. Zum Glück gibt es auf den angrenzenden Ackerflächen Stellen, wo das mit einer Bodenverbesserung möglich ist und so war das Projekt bewilligungsfähig. Mit den Erdarbeiten möchte man möglichst vorwärts machen, solange das Wetter gut ist. Kommt eine Regenphase, kann das dazu führen, dass die Bauarbeiten stillgelegt werden müssen, bis der Boden wieder genügend trocken und tragfähig ist. Für diese Einschätzung gibt es auf der Baustelle eine Bodenkundliche Baubegleitung.
Auch der Biber ist hochaktiv. Es gibt Spuren von zwei neuen Bauten und an den vielen Ausstiegen gräbt er ins Ufer, so dass das Wasser dort eine Angriffsstelle findet. Genau das wollen wir für die eigendynamische Entwicklung des Gewässers! Und was uns heute sehr überrascht hat: Er hat einen Damm gebaut! Dies ist das erste Mal in der fünfjährigen Planungsphase und erst noch genau dann, wenn wir mit den Bauarbeiten starten. Für den Eingriff an dem Gewässer heisst es nun noch mehr: Rücksicht nehmen auf seine Bauten und möglichst störungsfrei arbeiten.
Weiterführende Informationen
Kontakt
Miriam Peretti, Projektleiterin Pro Natura Luzern