Wasserbüffel. Foto: creanatira
Wiesen & Weiden

Im Ronfeld weiden Wasserbüffel

Projektdauer: 01.06.2025 - 31.12.2028
Wasserbüffel statt Maschinen: zwei dieser robusten Tiere weiden versuchsweise im Ronfeld. Durch ihr Fress- und Suhlverhalten halten sie die Vegetation kurz und sorgen für offene Gewässer und sumpfige Bodenstellen. Der Lebensraum wird so für Vögel, Amphibien oder Libellen aufgewertet.

Die Flutmulden im Ronfeld wurden u.a für die Förderung von Amphibien (v.a. Kreuzkröte), Libellen und Vögel (u.a. Rastplatz für Zugvögel) angelegt. Besonders erwünscht sind schlammige Stellen mit karger Vegetation. Um die üppig wachsende Vegetation in Schach zu halten, wurden bisher sporadisch Boden abgetragen. Dies führte mit der Zeit zu einer Vertiefung der Mulden und diese fallen nicht mehr wie gewünscht trocken.

Pflege durch Beweidung

Mit der Beweidung durch Wasserbüffel verfolgt Pro Natura Luzern gleich mehrere Ziele: 

- die Tiere halten sich gerne im Wasser auf und suhlen sich gerne in schlammigen Böden. Damit halten sie den Boden offen und schaffen sumpfige Stellen, die für gewisse Pflanzen-, Libellen- oder Vogelarten wichtig sind.

- Wasserbüffel fressen auch gerne zähe Wasserpflanzen wie Seggen, Schilf oder Rohrkolben. Sie reduzieren damit die Vegetation an Land und im Wasser und es muss weniger gemäht werden.

Wasserbüffel machen ihrem Namen alle Ehre. Foto: René Hardegger
Wasserbüffel machen ihrem Namen alle Ehre. Foto: René Hardegger

Wasserbüffel fördern Lebensräume

Das Ronfeld wird bewusst nur mit wenigen Tieren beweidet, so dass die Schutzziele nicht beeinträchtigt werden. Eine Beweidung mit wenigen Tieren über eine längere Zeit schafft ein abwechslungsreiches Mosaik an ungenutzten und genutzten Flächen, die vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient. Vögel finden auf vegetationslosen Bodenstellen Nahrung. Libellen wie etwa die gefährdete Sumpfheidelibelle legen ihre Eier bevorzugt auf feuchten Boden mit wenig Vegetation ab.

Wasserbüffel fressen auch zähes Pflanzenmaterial wie Schilf. Foto: René Hardegger
Wasserbüffel fressen auch zähes Pflanzenmaterial wie Schilf. Foto: René Hardegger

Geschlossener Nährstoffkreislauf 

Den Wasserbüffeln genügen die kargen Pflanzen als Nahrung. Sie müssen deshalb nicht zugefüttert werden und es werden keine zusätzlichen Nährstoffe in das Schutzgebiet geführt. Das Pflanzenmaterial wird sinnvoll verwertet und der Einsatz von Maschinen wird deutlich reduziert.

Dunghaufen – ein begehrter Lebensraum

Insekten werden nicht nur durch offene Bodenstellen gefördert, sondern auch durch Dunghaufen der Weidetiere. Larven verschiedener, teils seltener Käferarten entwickeln sich ausschliesslich in Dung von Weidetieren. Der Insektenreichtum wiederum ist für viele Tiere eine wichtige Nahrungsquelle.