Winterarbeiten in Schutzgebieten
Baggern, Mähen und Holzen– im Winter sind schwere Maschinen im Einsatz. Diese Massnahmen zeigen eindrucksvoll, wie wichtig kontinuierliches Engagement im Naturschutz ist.
Weiherunterhalt
Zugewachsene Weiher werden im Winter ausgebaggert, um offene und sonnenbeschienene Wasserflächen zu schaffen. Dies ist besonders wichtig für die Entwicklung von Amphibienlarven, die schnell erwärmende Flachwasserzonen benötigen. Libellen profitieren ebenfalls von reflektierenden Wasserflächen.
Schilfmahd auf zugefrorenen Flächen
Gefrieren Wasserflächen zu, ergibt sich die Chance Inseln oder sonst schwer zugängliche Schilfflächen zu mähen. Weiherränder können so gemäht werden, damit offene Uferpartien entstehen. Schweres, überständiges Schilf wird entfernt um Platz für andere Pflanzenarten am Gewässerrand zu schaffen.
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Marianne Baruffa
- Wintermahd im eisigen Vogelmoos
Hecken und Feldgehölze Pflege
Im Winter werden Hecken und Feldgehölze durchforstet, um ihre Ausbreitung zu kontrollieren und die Landschaft offen zu halten. Auch Waldränder werden ausgelichtet. Diese Massnahmen kommen vor allem lichtbedürftigen Pflanzenarten zugute, die sonst von dichtem Gehölz verdrängt würden. Ein offener, durchforsteter Waldrand bietet zudem zahlreichen Vögeln und Kleinsäugern wie dem Igel ein ideales Lebensumfeld.
Weidengebüsche mit Wurzeln ausbaggern
Weiden wachsen schnell und stark. Durch ihr Ausbaggern, anstatt Abschneiden, wird verhindert, dass neue Triebe nachsprossen. Bei grösseren Weidengebüschen entstehen danach nasse Stellen oder Pfützen, die Lebensräume für Amphibien und Libellen bieten. Vögel nutzen diese Wasserstellen zur Gefiederpflege oder zum Trinken.
Gehölze aus Riedwiesen baggern
In den Feuchwiesen werden regelmässig Gehölze wie Weiden, Erlen und Faulbäume entfernt. Diese verdrängen nämlich wertvolle Wiesenpflanzen, die auf viel Licht angewiesen sind. Durch Baggern dieser Gehölze wird der Lebensraum für seltene Pflanzenarten wie das Breitblättrige Knabenkraut oder den Lungenenzian erhalten.
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Marianne Baruffa
Holz und Streu bleibt im Gebiet
Das bei den Arbeiten anfallende Holz wird nicht entsorgt, sondern zur Schaffung von Strukturhaufen für Kleintiere und Insekten verwendet. Verschiedene Holzarten und unterschiedlich grosse Teile bieten vielzählige Versteckmöglichkeiten für die Tiere. Streuhaufen an sonnigen Plätzen dienen als Eiablageplätze für Ringelnattern oder als Winterquartier für Kleintiere. Nicht selten finden sich sogar Füchse ein, die diese als Bau nutzen.
Durch die gezielten Winterarbeiten wird die Umwelt im Schutzgebiet so gestaltet, dass eine hohe Biodiversität erhalten bleibt und sowohl Pflanzen als auch Tiere im nächsten Frühling bestmöglich gedeihen können.
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Marianne Baruffa
- Strukturen schaffen - ein Streuhaufen entsteht
Weiterführende Informationen
Info
Fotos: Marianne Baruffa, Leiterin Reservatspflege